Endlich sind wir in Brasilien – 11 Tage, 8 Stationen, Stadtbummel, Strand, Sonne und auch ein bisschen Fußball. Ich sage es ganz ehrlich: so unendlich ich meine Töchter liebe, so großartig ist es auch, mal wieder den eigenen Rhythmus zu leben und sich nicht nach den Launen der Prinzessinnen zu richten. Die Mütter unter Euch werden es kennen: ohne Kinder erscheint ein freier Tag plötzlich doppelt so lange, weil man so viel machen kann. Somit haben wir also mindestens drei Wochen Urlaub!
Am Freitagabend wurde die Brut der Oma übergeben, was in der Nähe von Frankfurt stattfand. Am Frankfurter Flughafen hatte ich ein super Angebot entdeckt: im nahegelegenen Intercity Hotel gibt es ein Sleep & Park Offer, bei dem neben Übernachtung und Transport zum Flughafen noch 7 Tage parken im Preis von knapp 100 Euro enthalten sind (jeder weitere Parktag kostet 8 Euro) – diese Entdeckung ersparte uns ein unmenschlich frühes Aufstehen am Samstagmorgen, und wir kamen völlig entspannt zu unserem Flieger nach Porto.
In Lissabon wurde klar, dass der Flug nach Fortaleza so verspätetet abflog, dass es sich lohnte, die Goldstück-Tipps vom vergangenen Freitag gleich selbst noch mal zu nutzen. Bei meiner Freundin Caro von Poisselection.com holte ich mir mein letztes Reise-Accessoire: den tollen Bastkorb mit einem großen applizierten Stoff-Herz. Dazu schenkte sie mir noch eine süße Tasche für nasse Badesachen – sie wird mir sicher beste Dienste leisten.
Wegen der übergroßen Hitze in Lissabon bot sich ein spätes Mittagessen auf der Terrasse des Hotel Bairro Alto an – zu mehr fühlten wir uns nicht befähigt, und in dem Boutique-Hotel sitzt man nicht nur wunderbar mit Blick über das elegante Viertel Chiado sondern isst auch sehr gut.
Der lange Lissabon-Aufenthalt führte dazu, dass wir erst nach Mitternacht in Fortaleza ankamen, wo unser Hotel dann auch gleich besetzt war und durch ein anderes ersetzt wurde. Um diese Zeit ist dann irgendwie alles egal, die Betten waren super, der Schlaf tief, das Frühstück richtig gut. Fortaleza hatte mich schon 2001 wegen der offensichtlichen Armut sehr bedrückt, es wäre gelogen zu sagen, dass sich daran etwas geändert hätte – die Stadt ist nach wie vor ziemlich runtergekommen und hat außer einer schönen Strandpromenade wenig zu bieten. In Fortaleza stößt es auch besonders bitter auf, dass die FIFA am Strand ein riesiges Areal absperren lässt für das „FIFA Fan Fest“ (natürlich mit eingetragenem Markenzeichen), bei dem sich die Sponsoren angemessen präsentieren können, während die Häuser drumherum zerfallen und man sich auf der Straße vor Schlaglöchern kaum retten kann. Wer im traumhaften Norden Brasilien Urlaub machen will, ist dennoch gut beraten, nach Fortaleza zu fliegen – von Lissabon aus beträgt die Flugzeit nur knapp sieben Stunden, wohingegen die Flüge von Deutschland nach Sao Paolo 12 Stunden dauern und dann in den Norden nochmal 5 bis 6 Stunden. Entlang des Strandes befindet sich das Viertel Iracema mit vielen Bars und Restaurants – wir waren am Sonntag nur am Morgen dort spazieren, es ist wirklich hübsch, zum Leben kann ich jedoch erst nächste Woche etwas sagen, wenn wir dort zum zweiten Deutschlandspiel gehen und in einem Hotel direkt an diesem Strand wohnen. Mit offenen Armen hingegen wurden wir in Salvador empfangen – dazu berichte ich mehr, sobald ich mich vom Siegestaumel nach dem 4:0 heute erholt habe!