Krug Champagner – Einblicke in die exklusive Maison

In den letzten Jahren durfte ich ein wenig hinter die Kulissen von Krug schauen und vor allem die faszinierenden Frauen kennenlernen, die die Geschichte maßgeblich gestalten.

Krug wurde 1843 in Reims von dem gebürtigen Mainzer Joseph Krug gegründet, einem visionären Non-Konformisten, der eine völlig neue Philosophie verfolgte, wenn es um die Komposition von Champagner ging. Sein Ziel war es nämlich, jedes Jahr von neuem den besten Champagner zu präsentieren, unabhängig von klimatischen Einflüssen.

Indem er den Charakter des Weinberges genau studierte, die individuellen Eigenschaften jeder Lage und ihres Weins genau untersuchte und so über die Zeit ein umfassendes Portfolio aus Jahrgangsweinen ausbaute, gelang es Joseph Krug, sich seinen Traum zu erfüllen.
Mit einem für die damalige Zeit absolut revolutionären Ansatz entschied er sich, nicht nur die Weine eines einzelnen Jahrgangs sondern die Weine verschiedener Jahre zu assemblieren, um Champagner zu schaffen, der die Besonderheiten des jeweiligen Jahres, für das er steht, am besten auszudrücken.

Auf diese Weise gelang es ihm, jährlich Champagner mit einer unglaublichen Tiefe und Komplexität zu schaffen, die sich in ihrem Charakter teils stark unterscheiden, aber stets von allerhöchster Qualität zeugen.
Getreu seinem Motto «Eine gute Champagner Maison sollte nur zwei Champagner herausbringen – von derselben Qualität» gibt es stets eine Grande Cuvée, die aus bis zu 140 Weinen aus verschiedenen Jahrgängen besteht und die in jedem Jahr mit einer Zahl versehen ist (die jüngste Edition ist derzeit die 169. Edition rund um das Jahr 2013) und ein Vintage, der aus Weinen des jeweiligen Jahrgangs gekeltert wird.
Über mittlerweile sechs Generationen hat die Familie Krug die Vision ihres Gründers verfolgt und sich damit die höchsten Sterne am Champagner-Himmel gesichert. 1999 wurde die Maison von dem Luxuskonzern LVMH übernommen.

Die Vinifizierung liegt in den Händen von Julie Cavil, Chef de Cave im Hause Krug. Nachdem sie zunächst Marketing studiert und in der PR gearbeitet hatte, entschied sich die Weinliebhaberin mit Mitte Zwanzig zu einem Studium der Œnologie, zog mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern im Jahr 2006 von Paris nach Reims und begann, bei Krug zu arbeiten. Im Jahr 2019 folgte sie ihrem Vorgänger Eric Lebel als Kellermeisterin und ist damit für die Assemblages der einzelnen Cuvées federführend.

Bei einem eindrucksvollen Tasting vergangene Woche in Berlin stellte sie die Editionen um das Jahr 2008 vor und nahm uns mit auf eine sensorische Reise in dieses Jahr.

Sie erzählte uns, dass jeder Jahrgangs-Champagner bei Krug einen Spitznamen bekommt: 2008 ist es „Classic Beauty“.
Das Jahr 2008 war seit 14 Jahren eines der kältesten in der Champagne und seit fast einem halben Jahrhundert auch eines der sonnenärmsten in der Region. Es herrschte ein klassisches nördliches Klima mit normalen Niederschlägen und Temperaturen, die während der gesamten Vegetationsperiode konstant blieben. Dieses Fehlen von Extremen führte zu einer langsamen und stetigen Reifung der Trauben. Unter diesen Umständen entwickelte sich die Frucht dieses Jahres intensiv, elegant und schön strukturiert. Als Rebsorten wählte Julie Cavil für diese „klassische Schönheit“ 53% Pinot Noir, 25% Meunier und 22% Chardonnay. Im Glas entfalten sich zunächst Aromen von Honig, Lakritz, Menthol, Orangenschalen & Grapefruit, am Gaumen verspürst Du Noten von Quitte, kandierten Früchten und Zitrusfrüchten, gelber Kiwi, Honig, Apfelkuchen, Pfingstrose und Fenchel, mit blumigen und mentholhaltigen Untertönen.

Die Grande Cuvée Edition 164 hingegen ist eine Zusammenstellung aus 127 verschiedenen Weinen, die aus 11 Jahren stammen – der älteste von 1990, der jüngste von 2008. Auch hier überwiegt mit 48% der Pinot Noir, den 35% Chardonnay und 17% Meunier ergänzen.
Sie versprüht Aromen von blühenden Blumen, reifen Zitrusfrüchten, Trockenfrüchten sowie Marzipan und Lebkuchen. Am Gaumen entwickelt sie Noten von Haselnuss, Nougat, Gelee- und Zitrusfrüchten, Mandeln, Brioche und Honig.

Anders als die meisten Champagner muss ein Krug Champagner nicht sofort oder möglichst bald getrunken werden: es wird sogar geraten, ihn nach dem Erscheinen noch ein Jahr oder zwei liegen zu lassen – wenn man sich denn so lange gedulden kann – weil er sich auch in der Flasche noch entwickelt.

Ist es dann soweit, so empfiehlt die Maison Krug zur Vollendung des sensorischen Erlebnisses unbedingt Musikgenuss, denn seit Generationen ist man in der Familie Krug der Meinung, dass die Komposition eines Champagners vergleichbar ist mit der Komposition eines Musikstücks. Wer einmal nach Reims reist, sollte im Raum der 400 Weine ein Krug Tasting gepaart mit Musik buchen, aber auch im heimischen Sessel lässt sich mittels der Krug App die Komposition finden, die zur entsprechenden Edition oder Vintage passt. Ein kleiner Tipp: Du kannst natürlich auch zunächst die Musik hören, und danach die Cuvée aussuchen, die am besten zu Dir passt 😉

In Berlin hatten wir das große Vergnügen, dem Hamburger Musiker Niklas Paschburg und seiner Komposition für den Krug 2008 live zu lauschen (auch diese sind in der App zu finden) – es machte das Erlebnis perfekt.

Nun wären wir mit der Erklärung der Maison fast am Ende, hätte ich nicht eingangs die faszinierenden Frauen erwähnt, die die Geschichte des Hauses gestalten. Julie Cavil, die Kellermeisterin, die sozusagen erst im zweiten Karriere-Anlauf ihrer wahren Passion folgte und diese super erfolgreich umgesetzt hat (Hallo, Krug?! Besser geht es ja nicht), haben wir kennengelernt. Es fehlt also die Frau, von der Julie mir erzählte, sie habe sie nachhaltig geprägt: Margareth alias Maggie Henriquez, CEO der Maison Krug. Julie sagt, Maggie habe ihr beigebracht, dass nichts zufällig geschieht, dass man hinter allem den Sinn finden kann und dass es einen Weg gibt, das Glas halb voll und nicht als halb leer zu betrachten.
Der gebürtigen Venezolanerin, die in verschiedenen südamerikanischen Ländern hohe Posten im Wine-Business bekleidet hat, bevor es sie 2009 nach Reims verschlug, ist es gelungen, die Geschichte von Krug wiederzubeleben und sie mit Leben zu füllen. Dank ihr erkennt man Joseph Krug heute als den Visionär an, der er zu seiner Zeit war, verbindet man die Musikliebe der Familie mit den einzigartigen Champagner-Kompositionen eines jeden Jahres und assoziiert die Marke Krug als die Marke für die echten Kenner, die Luxus eher unkonventionell leben.
Ich durfte sie vor zwei Jahren bei einem beeindruckenden Vortrag über Krug und die Heritage der Maison in einer Businessschool in Paris kennenlernen – noch mehr als ihre tolle Präsentation ist mir allerdings folgender Satz geblieben « Versprechen Sie mir, dass Sie Champagner nie, nie, niemals aus einer schmalen Flöte trinken sondern immer aus einem bauchigen Glas. Er braucht Luft zum Atmen » In diesem Sinne « SANTÉ »

KRUG: verstecktes Weinrestaurant mitten auf St. Pauli

Ursprünglich als Weinstube gedacht, in der man zum feinen Getränk ein paar Kleinigkeiten bestellen kann, wurde aus dem KRUG schließlich doch ein Restaurant mit „richtigen“ Gerichten – klein, fein und gemütlich. Und das KRUG – so Efeu – versteckt und unauffällig es wirkt – ist zu Recht unfassbar beliebt.

Seit 2009 gibt es dieses Kleinod in der Paul-Roosen-Straße, seitdem ist es ein Nachbarschafts- und Kundenmagnet. Prinzipiell galt und gilt: Nur 20 der insgesamt 44 Plätze können reserviert werden, der Rest bleibt offen für spontane Gäste. Das sprach sich herum und bald schon warteten jeden Abend Menschen vor der Tür, um noch einen Platz zu ergattern. Wer zu spät kam durfte in einer Kneipe seiner Wahl in der Nachbarschaft warten und wurde angerufen, sobald ein Tisch frei wurde. Es kann so einfach sein.

Kulinarisch passt sich das Angebot dem Laden an: Die Karte ist klein, aber einladend und die wirklich leckeren Gerichten werden in einer offenen Küche für euch zubereitet. Den Stil beschreibt Jan-Ole Bauer, der den Laden zusammen mit Terry Krug führt, als „europäische Klassiker neu interpretiert“. Es gibt meist etwa drei Gerichte zur Auswahl, jeweils für Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Eine vegetarische Variante ist immer dabei und die Karte ändert sich mehrmals wöchentlich. Der super-nette Service empfiehlt gerne einen passenden Wein (es gibt eine hervorragende Auswahl) oder ihr stöbert selbst und lasst euch inspirieren.

Aktuell können im Restaurant leider nur 18 Plätze parallel genutzt werden, die abendlich in zwei Schichten besetzt sind. Ihr kommt entweder von 18 bis 20:15 Uhr oder ab 20:30 Uhr bis open end – mit Reservierung. Die Küche schließt um 23 Uhr. Und: Seit Corona könnt Ihr alle Gerichte auch zum Mitnehmen vorbestellen.

Egal für welche Variante ihr euch entscheidet: Es lohnt sich!

Champagner-Kiosk in der Hegestraße

Schon im letzten Jahr berichteten wir begeistert vom Krug Kiosk in Hamburg-Eppendorf, und auch dieses Jahr möchten wir Euch gerne darauf aufmerksam machen. Warum? Nun, wir sind der Meinung, dass es schon etwas ganz Besonderes ist, wenn man einen so erlesenen Champagner wie den von Krug im Glas probieren kann – und wenn er dann noch mit den passenden Snacks und im schönen Ambiente daherkommt, dann ist das schon sehr schick.

Dieses Jahr steht der Pop Up Kiosk in der Hegestraße ganz im Zeichen des Pilzes, denn die Maison Krug kürt jedes Jahr ein sogenanntes „Single Ingredient“ – also ein Lebensmittel, um das sich alles dreht, und das den Krug-Chefköchen weltweit als Inspiration dient. Wie schon im letzten Jahr sind wieder drei Sterne-Köche mit von der Partie und präsentieren die folgenden Köstlichkeiten
– Variation von Waldpilzen und Jakobsmuschel (Karlheinz Hauser)
– Eintopf von Topinambur, schwarzem Trüffel und Ente (Tim Raue)
– Zander mit Trüffel, Champignon und Haselnuss (Konstantin Filippou)
– Pilze à l’anglaise (Glynn Purnell)
Alle Gerichte werden von einem Glas Krug Grande Cuvée begleitet, zu einem wie wir meinen sehr annehmbaren Preis von insgesamt 27 Euro.

Nach dem Motto “From forest to fork” nimmst Du umgeben von Bäumen, Baumstämmen und Farnen an grünen Tischen Platz, die ehemals wahrscheinlich in einer Waldwirtschaft standen, und genießt Deinen Luxus-Lunch.  Auch wir würden uns heute am liebsten nach Hamburg beamen und wünschen allen, die etwas näher wohnen viel Spaß und Guten Appetit.